Privater Investor bietet 60 Millionen für den Wohnblock am Kotti

Knapp 60 Millionen Euro sollen Medienberichten zufolge von einem privaten Investor für das »Zentrum Kreuzberg« geboten worden sein. Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft GEWOBAG unterlag in der Bieterrunde knapp.

Mit dem Verkauf droht den über tausend Bewohnern des in den Siebzigern als »Neues Kreuzberger Zentrum« (NKZ) errichteten Stahlbetonbaus mutmaßlich die Verdrängung. Deshalb will der Bezirk jetzt prüfen, ob und wie er sein Vorkaufsrecht ausüben kann, um die Umwandlung in ein Spe­ku­la­tions­objekt abzuwenden. Dieses bereits mehrfach angewandte Instrument ist allerdings ein »Vorkaufsrecht für Dritte«, das heißt, es braucht einen Käufer, der bereit und in der Lage ist, wenigstens einen Großteil des Kaufpreises aufzubringen. Im Falle einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft könnte der Senat dann mit dem Differenzbetrag aushelfen. Unklar ist auch, zu welchem Preis der Bezirk in den – noch gar nicht existierenden – Kaufvertrag einsteigen kann. Nur wenn der Kaufpreis deutlich über dem Verkehrswert liegt, könnte dieser angesetzt werden.

»Ich kann den Eigentümern nur dringend empfehlen, diesen Deal nicht tatenlos über sich ergehen lassen«, sagt Baustadtrat Florian Schmidt. Sollte es wegen Geltendmachung des Vorkaufsrechts zu einem Rechtsstreit kommen, könnte sich der über Jahre hinziehen.

Kiez und Kneipe 13.4.2017

Bezirk prüft Vorkaufsrecht fürs NKZ

Categories:

admin

Weitere Beiträge

Reden am 1. April zum Nachhören

Rede und Forderungen des Mieterrats auf deutsch und türkisch.

NKZ? Enteignen!

Erst kam die Schocknachricht, dass das Neue Kreuzberger Zentrum, der Sozialbauriegel auf der nördlichen Seite des Kottbusser Tors, an einen privaten Investor verkauft werden soll. Dann stand auf einmal das Vorkaufsrecht des Bezirkes als politische Read more...

Wir gehen durch alle Instanzen

„Die Berliner Mischung ist zurzeit gefährdet“ Für Baustadtrat Florian Schmidt ist das Neue Kreuzberger Zentrum am Kottbusser Tor ein Präzedenzfall für den Kampf um die soziale Stadt. „Wir gehen durch alle Instanzen“, kündigt er im Read more...