Privater Investor bietet 60 Millionen für den Wohnblock am Kotti

Knapp 60 Millionen Euro sollen Medienberichten zufolge von einem privaten Investor für das »Zentrum Kreuzberg« geboten worden sein. Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft GEWOBAG unterlag in der Bieterrunde knapp.

Mit dem Verkauf droht den über tausend Bewohnern des in den Siebzigern als »Neues Kreuzberger Zentrum« (NKZ) errichteten Stahlbetonbaus mutmaßlich die Verdrängung. Deshalb will der Bezirk jetzt prüfen, ob und wie er sein Vorkaufsrecht ausüben kann, um die Umwandlung in ein Spe­ku­la­tions­objekt abzuwenden. Dieses bereits mehrfach angewandte Instrument ist allerdings ein »Vorkaufsrecht für Dritte«, das heißt, es braucht einen Käufer, der bereit und in der Lage ist, wenigstens einen Großteil des Kaufpreises aufzubringen. Im Falle einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft könnte der Senat dann mit dem Differenzbetrag aushelfen. Unklar ist auch, zu welchem Preis der Bezirk in den – noch gar nicht existierenden – Kaufvertrag einsteigen kann. Nur wenn der Kaufpreis deutlich über dem Verkehrswert liegt, könnte dieser angesetzt werden.

»Ich kann den Eigentümern nur dringend empfehlen, diesen Deal nicht tatenlos über sich ergehen lassen«, sagt Baustadtrat Florian Schmidt. Sollte es wegen Geltendmachung des Vorkaufsrechts zu einem Rechtsstreit kommen, könnte sich der über Jahre hinziehen.

Kiez und Kneipe 13.4.2017

Bezirk prüft Vorkaufsrecht fürs NKZ

Categories:

admin

Weitere Beiträge

Für bezahlbaren Wohnraum in Kreuzberg

Der Mieterrat des Neuen Kreuzberger Zentrums unterstützt die Forderungen der Mieter_innen vom südlichen Teil des Kottbusser Tors und ruft mit auf zur Demonstration „… denn die Häuser gehören uns“ am Freitag, 26. Mai 2017.

Investor macht sich rar, Gewobag kommt wohl zum Zug

Neues Kreuzberger Zentrum Mitten in Kreuzberg  wird sich am heutigen  Donnerstag  zeigen, ob der rot-rot-grüne Senat den Milieuschutz wie geplant vorantreiben kann.

Gemeinsam gegen die Macht privater Investoren

Protest der Mieter/innen für ein NKZ in öffentlicher Hand Am frühlingshaften Samstag, den 1. April 2017, überschallte ein Lautsprecher die urbane Soundkulisse des Kottbusser Tors in Berlin-Kreuzberg. „Deutschlands gefährlichster Ort… für Spekulanten“ titelte am Tag Read more...